Katzen ohne Auslauf
Datum: 10.08.2008 19:22 Uhr
von stubentiger
Eine Wohnungskatze, die alleine gehalten wird, leidet in der Regel
nach einiger Zeit unter Langeweile. Hat sie einen Artgenossen, so kann
sie mit ihm spielen, auch wenn er normalerweise nicht ganz die
Beschäftigung mit dem Menschen ersetzen kann. Im Gegensatz zur Katze
mit Auslauf hat die Wohnungskatze keine abwechslungsreiche Gegend mit
lebenden Tieren zum Fangen, mit Bäumen zum Klettern und keine großen
Entdeckungsmöglichkeiten. Dafür kann sie nicht überfahren, durch
landwirtschaftliche Pestizide vergiftet, von einem Jäger erschossen oder von anderen Tieren (Artgenossen, Hunden, Steinmardern)
verletzt werden. Die Gefahr einer Ansteckung mit einer der (oft
tödlichen) Katzenkrankheiten ist geringer, kann jedoch auch bei reiner
Wohnungshaltung vorkommen, da der Mensch an seinen Straßenschuhen die
Krankheitserreger mit in die Wohnung trägt. Eine reine Wohnungskatze
hat aus diesen Gründen eine durchschnittlich höhere Lebenserwartung als
eine Katze, die ins Freie gelassen wird.
Eine Wohnungskatze verschluckt bei der Fellpflege mehr Haare als ein
Freigänger, da sie sie weniger an Büschen und Sträuchern abstreifen
kann. Deshalb ist eine Wohnungskatze auf die Bereitstellung von Katzengras
angewiesen, damit sie die verschluckten Haare wieder auswürgen kann
(Auslösung des Brechreizes). Eine Alternative zur oralen Ausscheidung
von Haarballen und deren für den Katzenbesitzer meist unangenehmen
Entsorgung stellt die Verfütterung von malzhaltigen
Nahrungsergänzungsmitteln dar, die eine Verklumpung der Haare im
Verdauungssystem und somit einen rektalen Abgang selbiger ermöglichen.
Mehrere Katzenklos,
eines pro Katze, sind sinnvoll. Wenn ein Katzenklo nicht regelmäßig
gesäubert wird, besteht die Gefahr, dass die Katze es nicht benutzt.
Besondere Aufmerksamkeit ist bei Veränderung des Stuhlgangs gefordert,
zum Beispiel bei Durchfall oder der Entdeckung von Blut.
Außerdem ist ein stabiler Kratzbaum,
am besten vom Boden bis zur Decke, wichtig, wenn man die Katze davon
abhalten will, die Krallen an Polstern, Tapeten und Möbeln zu wetzen.
Hinzu kommt, dass Katzen hohe Plätze lieben, weil sie sich dort sicher
fühlen und gerne klettern. Verschiedene Spielmöglichkeiten wie Bälle
und ab und zu eine Kartonschachtel für Verstecke bieten den
Wohnungskatzen Abwechslung und die Möglichkeit, ihren Spiel- und
Jagdtrieb auszuleben.
Bei reiner Wohnungshaltung sollte man sich immer für zwei Tiere
entscheiden. Gerade junge Tiere, die noch nie Freigang hatten, können
so ihrem Spieltrieb nachgehen. Nur ausnahmsweise ist Einzelhaltung bei
älteren, unverträglichen Katzen, die in reiner Wohnungshaltung
aufgewachsen sind, empfehlenswert. Eine Katze, die vorher Auslauf hatte
und sich jetzt (beispielsweise durch einen Umzug) nur noch in der
Wohnung oder dem Haus aufhalten soll, wird sich so gut wie nie an die
beengten Lebensverhältnisse gewöhnen (selten gibt es jedoch Ausnahmen).
Unter Umständen kann es bei reinen Wohnungskatzen zu einem Vitamin
D-Mangel kommen, der durch das Futter ausgeglichen werden muss. Die
Ursache hierfür liegt in der Produktion des Vitamins: Cholesterol aus
dem beim Putzen über das ganze Fell verteilte Haarfett wird durch
Sonnenlicht in Vitamin D umgewandelt, das durch das Lecken dann
aufgenommen wird. Bei fehlendem Sonnenlicht wird daher kein oder zu
wenig Vitamin D gebildet und aufgenommen.
Quelle: Wikipedia
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